Hier finden Sie weiterführende Informationen
Die Internationale Fachmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte ist mit über einer halben Million Quadratmetern Ausstellungsfläche die mit Abstand größte und bestimmt die eindrucksvollste Messe überhaupt. Keine Messe der Branche hat ein breiteres Angebot, keine Messe ist internationaler. Hier sind alle Marktführer vertreten, hier werden Innovationen für alle Bereiche präsentiert.
Auf der diesjährigen, 29. BAUMA zeigte die BG BAU auf einem Gemeinschaftsstand mit DVR und anderen Berufsgenossenschaften unter dem Motto Risiko raus – auf dem Bau! ihre Innovationen.
Mit dabei war der Detectino, ein für den Bauma-Innovationspreis nominiertes Leitungsortungsgerät. Das am Stand präsentierte Gerät besitzt Bodenradarantennen, Metalldetektoren sowie elektromagnetische Sonden auf einer mobilen Sensorplattform, mit der nach Leitungen gesucht werden kann. Der von mehreren Firmen und Forschungseinrichtungen entwickelte Detectino kann einen Beitrag dazu leisten, dass jährliche Millionenschäden durch die Beschädigung von Versorgungsleitungen bei Tiefbauarbeiten aller Art deutlich weniger werden. Prävention statt Zerstörung – auch hier gilt: Risiko raus!
Mit der am Stand von rund 300 Quadratmetern gestalteten komplexen Baustellensituation, erhielten die Besucher aber noch weitere Informationen zu neuer Technik und zur Vermeidung von Arbeitsunfällen. Ein Schwerpunkte dabei waren Exponate zum Thema Sehen und gesehen werden.
Dazu gehören Kamera-Monitorsysteme auf Baumaschinen und Drehsitze auf Walzen. Die Kamera am Heck eines Baggers ermöglicht den ansonsten nicht einsehbaren Bereich über einen Monitor in der Fahrerkabine abzubilden. Das Drehen des Sitzes in Walzen ermöglicht dem Walzenfahrer, der im täglichen Arbeitsablauf genau so viel rückwärts wie vorwärts fährt, auch bei Rückwärtsfahrt den Blick in Fahrtrichtung. Zudem wird durch beide technischen Einrichtungen die Arbeit für den Maschinenführer erleichtert und ergonomischer gestaltet. Sie ersparen ihm unbequemes und trotzdem nicht immer ausreichendes Umdrehen!
Wer eine sechsstellige Summe in eine Erdbaumaschine investiert, sollte über deren Ausrüstung zum sicheren Arbeitseinsatz und zum Gesundheitsschutz des Fahrers ebenso informiert sein. Beschäftigte mit Warnkleidung werden vom Maschinenführer eher als gefährdete Person wahrgenommen, auch bei schlechter Sicht! Auf Baustellen hat sich das Tragen von orange-roter Warnkleidung bewährt, die sich bei verschiedenen Umgebungen mit unterschiedlichen Licht- und Kontrastverhältnissen besser abhebt als gelbe. Darüber konnte sich auch informiert werden.
Zum Thema Sicht wurde auch das neu entwickelte Sichtfeldmessgerät der Prüf- und Zertifizierungsstelle der BG BAU präsentiert. Mit diesem Gerät können die Sichtverhältnisse aus der Fahrerkabine von Baumaschinen bestimmt und die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften (im Falle von Erdbaumaschinen die ISO 5006:2006 „Erdbaumaschinen-Sichtfeld-Testverfahren und Anforderungskriterien“) überprüft werden. Anders als bei den herkömmlichen Sichtfeldmessgeräten wird nicht mehr mit Lampen zur Simulation von Augenpunkten und einem Handspiegel zur Bestimmung des Sichtstrahls am Boden gearbeitet, sondern erstmalig mit einer Kamera und einem Programm zur Bildverarbeitung mit gekoppelter Auswertsoftware. Die Messungen können somit sowohl unabhängig von den äußeren Bedingungen (wie z.B. Sonneneinstrahlung) als auch deutlich schneller und präziser durchgeführt werden. Die erzeugten Protokolle geben sofort einen Überblick über etwaige unzulässige Sichteinschränkung und somit einen Ansatzpunkt zum Einsatz von Hilfsmitteln wie Spiegel oder Kamerasystemen um diese Sichteinschränkungen auszugleichen. Dieses neuartige Messgerät wurde auf der BAUMA in der Kabine eines Telehandlers eingebaut vorgestellt. Die Funktionen und Auswertungen konnten somit direkt und in einer realen Messsituation vorgeführt werden. Ein Aktionsprogramm erwartete ebenso die Besucher aus den Unternehmen, um sie unterhaltsam über die vielfältigen Präventionsmöglichkeiten zu informieren.
Wie kann es sein, dass es trotz umfangreicher Sicherungseinrichtungen immer noch zu schweren Unfällen an Förderbändern kommt? Diese Stetigförderer finden sich brachenübergreifend in vielen Einsatzbereichen. Aktionskünstler zeigten an einem neuralgischen Punkt, wie man eine Gefährdung richtig beurteilt und beseitigt. Die Absturzgefährdung bei Instandhaltungsarbeiten wird hier unter Einsatz des Teleskophandlers minimiert. Showelemente sollten die Augen öffnen für Verhaltensweisen, die im Alltag nicht beachtet werden. Die Solarenergie verzeichnete in den vergangenen Jahren große Zuwachsraten. Damit steigt das Risiko für Monteure bei der Installation von Modulen auf Dächern und Gestellen in großer Höhe. In Zusammenarbeit mit der Grubenrettung aus dem Bergbau zeigten Höhenretter, wie beispielsweise Strom- oder Hitzeschlagopfer sicher von einem sechs Meter hohen Arbeitsplatz gerettet werden. Erfolgt die Installation von einem Fahrgerüst aus, kann der präsentierte vorauslaufende Seitenschutz die Sicherheit auch auf der höchsten Gerüstlage gewährleisten.
Die Ursachen für Unfälle in den Bereichen Transport und Verkehr sind vielfältig. Ob 40-Tonner oder ein Kleinlastwagen mit einer Palette Ziegelsteine, Kran, Flurföderzeug oder Stetigförderer: Zwei physikalische Größen, die Gewichtslast und die Geschwindigkeit, beeinflussen die Unfallintensität. An einem Mini-Lkw wurde demonstriert, wie Ladungssicherung richtig ausgeführt wird. Der Geländewagensimulator des Deutschen Verkehrssicherheitsrates schaffte es spielerisch, den Umgang mit gefährlichen Situationen abseits befestigter Straßen zu vermitteln. Die brandneue Strecke mit ferngesteuerten Autos wartete mit realitätsnahen Gefahren auf. Das Modell sensibilisierte so für ein spezielles Fahrsicherheitstraining.
Stand der BG BAU:
Die Gemeinschaftspräsenz der Berufsgenossenschaften und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates war in diesem Jahr in Halle B an prominenter Stelle zwischen zwei Weltfirmen zu finden.